Am Montag, den 03. Februar haben wir – die Jahrgangsstufe 9 – die KZ-Gedenkstätte Buchenwald besucht. Buchenwald war eins der größten Konzentrations- bzw. Arbeitslager des Deutschen Reiches.

 

In bzw. mit diesem Lager sollten politische Gegner systematisch bekämpft, Juden, Sinti und Roma verfolgt, sowie Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte dauerhaft aus dem deutschen Volk ausgeschlossen werden. Dort waren zwischen Juli 1937 und April 1945 insgesamt fast 280.000 Menschen „inhaftiert“; von diesen starben etwa 56.000 an Folter, medizinischen Experimenten, Erschöpfung und Abmagerung. Weitere 8.000 sowjetische Kriegsgefangene starben an einer von der SS errichteten Genickschussanlage. In dieser wurden sie – unter dem Vorwand gemessen zu werden – durch eine Geheimkammer von hinten erschossen.

Das sog. „Kleine Lager“ – Quarantänelager – war für die Arbeitsunfähigen erbaut worden und wurde auch die ‚Hölle von Buchenwald‘ genannt, denn dort starben auch nach der Befreiung am 11. April 1945 durch die Amerikaner noch Tausende der Häftlinge. Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten, meinte: „Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick“.

 

Nach einer dreistündigen Hinfahrt kamen wir auf dem Ettersberg bei Weimar am ehemaligen KZ-Gelände an. Nach einem Einführungsfilm zur Geschichte des KZ-Buchenwalds betrachteten wir in unserem Seminarraum zunächst Fotos – aufgenommen von Häftlingen, SS-Wärtern sowie Amerikanern – und diskutiert, ob diese typisch oder eher untypisch für das KZ-Buchenwald seien. Sehr erschreckend und seltsam war für uns, dass direkt neben dem Häftlingslager die Familie von Karl Otto Koch, dem ersten Lagerkommandanten des KZs, lebte und seine Kinder dort auch aufwuchsen. Direkt angrenzend gab es  sogar einen Zoo – mit Bärengehege – u.a. zur Zerstreuung der Kinder des Kommandanten.

Danach haben wir einen Teil des Geländes besichtigt. In diesem Zusammenhang haben wir auch erfahren, dass die deutsche Bevölkerung von dem KZ gewusst haben muss, denn von Weimar aus müsste man die Schüsse vom Ettersberg, die SS und den Qualm des „Krematoriums“, der Verbrennungsanlage, in welcher die toten Gefangenen verbrannt wurden, gesehen und gehört haben. (Zur Täuschung der deutschen Bevölkerung verwendeten die Nationalsozialisten z.B. in Zeitungsartikeln aber nur Fotos, die das KZ-Gelände als harmlosen Gefängnis und nicht als „Massenvernichtungsort“ darstellten. – Doch getäuscht werden können nur Menschen, die sich – wider besseren Wissens, wider gesunden Menschenverstandes – auch täuschen lassen wollen!!)

Am Gitter des Torhauses steht noch heute „Jedem das Seine“, womit die Nationalsozialisten ausdrücken wollten, dass die Häftlinge selbstverschuldet in dem KZ inhaftiert wären.

Die Exkursion war sehr informativ, aber auch traurig und bedrückend. Doch es ist wichtig, dass wir heute KZ-Gedenkstätten besuchen, da wir viel aus dieser Zeit für die Gegenwart lernen können. Der Tag war sehr abschreckend, aber auch sehr lehrreich. Denn wir sahen mit eigenen Augen, was Menschen imstande sind, anderen Menschen anzutun, WÄHREND Menschen wegschauen und von diesen Geschehnissen nichts sehen und wissen wollen.

Daher: Schaut nicht weg!! – Setzt euch für Menschlichkeit ein!! Zeigt Zivilcourage!!

Merle Wiemers, Abby Paulus – 9c